Kaum eine Straße steht so sehr für das Kreuzberger Lebensgefühl wie die Oranienstraße. Zwischen Moritzplatz, Oranienplatz und Kottbusser Tor treffen historische Gewerbehöfe auf Cafés, Bars und Restaurants, zeitgenössische Kunst auf Berliner Subkultur und dichtes Großstadtleben auf überraschend ruhige Grünflächen.
Das Gebiet gehört zum historischen SO 36, benannt nach dem früheren Postzustellbezirk „Südost 36“. Was zunächst wie eine nüchterne postalische Bezeichnung klingt, entwickelte sich zu einem Synonym für diesen Teil Kreuzbergs. In den 1970er- und 1980er-Jahren lag hier ein Zentrum der Berliner Alternativ- und Hausbesetzerszene. Künstler:innen, Studierende, politische Initiativen sowie Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft prägten das Quartier. Bis heute zeichnet sich der Kiez durch seine Vielseitigkeit aus: Die Oranienstraße ist Einkaufsstraße, Arbeitsort, Kulturadresse, gastronomischer Treffpunkt, Ausgehmeile und Wohnort zugleich.