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Joint Venture G²Energy: GSG Berlin und GETEC bauen gemeinsame Energieinfrastruktur für Berliner Gewerbehöfe auf

  • Bis 2031 soll die Energieversorgung von zunächst 16 GSG-Gewerbehöfen mit rund 270.000 Quadratmetern Mietfläche weitgehend dekarbonisiert werden
  • G²Energy (G2E) investiert mehr als 20 Mio. Euro in neue Wärme- und Energiesysteme
  • Auch benachbarte Liegenschaften können perspektivisch angeschlossen werden

Die GSG Berlin und der Energiedienstleister GETEC bündeln ihre Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung des Berliner Gewerbeportfolios in einem gemeinsamen Unternehmen. Das Joint Venture G²Energy GmbH (G2E) soll die Energieversorgung von GSG-Standorten schrittweise neu aufstellen. Bis 2031 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Dafür entwickeln die Partner für die einzelnen Gewerbehöfe standortspezifische Lösungen, die perspektivisch auch über die Grundstücksgrenzen der GSG Berlin hinaus genutzt werden können.

Insgesamt betrifft die Zusammenarbeit zunächst 16 GSG-Gewerbehöfe mit zusammen rund 270.000 Quadratmetern Mietfläche. Dafür sind bis 2031 Investitionen in Höhe von über € 20 Mio. vorgesehen. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen CO2-Emissionen um rund 4.900 Tonnen pro Jahr beziehungsweise um 80 bis 90 Prozent reduziert werden.

Gemeinsames Unternehmen bündelt Investitionen und Betrieb

Mit G2E schaffen GSG Berlin und GETEC eine gemeinsame Struktur für Planung, Finanzierung und Betrieb der künftigen Energieversorgung. Ziel ist es, die hohen Anfangsinvestitionen in neue Energiesysteme mit der Einhaltung von Kostenneutralität zu verbinden.

„Wir investieren heute in unsere Energieinfrastruktur, weil wir unseren Bestand nicht erst dann umbauen wollen, wenn fossile Energie für uns und unsere Mieter deutlich teurer wird“, sagt Oliver Schlink, kaufmännischer Geschäftsführer der GSG Berlin. „Unser Ziel ist eine Lösung, die deutlich weniger CO₂, wirtschaftlich tragfähige Investitionen und möglichst stabile Energiekosten miteinander verbindet. Wenn uns das über das Portfolio hinweg gelingt, schaffen wir ein Modell, das ökologisch und wirtschaftlich dauerhaft funktioniert.“

Die GSG Berlin reagiert damit auch auf langfristig steigende Kostenrisiken fossiler Energieträger und der CO₂-Bepreisung. Durch die schrittweise Umstellung der Wärmeversorgung soll die Abhängigkeit von diesen Faktoren deutlich reduziert werden. Für die Mieter soll die Transformation ohne Mehrbelastungen erfolgen und zugleich zu einer höheren Planbarkeit der Wärmekosten beitragen.

„Dekarbonisierung im Gebäudebestand ist nicht allein eine Technologiefrage. Entscheidend ist, Investitionen, Betrieb und Energieversorgung über viele Jahre zusammenzudenken“, sagt Henning Lustermann, Senior Vice President (SVP) GETEC Deutschland. „Mit der G²Energy schaffen wir dafür eine langfristige Struktur. So können wir die Transformation nicht nur technisch umsetzen, sondern auch finanzierbar, betreibbar und wirtschaftlich belastbar gestalten.“

Für jeden Gewerbehof die passende Energielösung

„Unser Ansatz verbindet die individuellen Anforderungen jedes Standorts mit den Skaleneffekten eines großen Portfolios. Bewährte Erfahrungen, Standards und Prozesse lassen sich gezielt übertragen und weiterentwickeln. So schaffen wir Lösungen, die passgenau für den einzelnen Gewerbehof sind und zugleich eine wirtschaftliche Dekarbonisierung in größerem Maßstab ermöglichen“, so Lustermann.

Technisch soll daher nicht jeder Standort nach einem einheitlichen Schema umgebaut werden. Die GSG Berlin und GETEC wollen für die einzelnen Gewerbehöfe jeweils Lösungen entwickeln, die sich an den Gebäuden, den Nutzungen und den infrastrukturellen Voraussetzungen vor Ort orientieren. Je nach Standort werden unterschiedliche Technologien intelligent miteinander kombiniert – beispielsweise Wärmepumpen, Photovoltaik und Speicherlösungen sowie weitere Wärme- und Energieversorgungssysteme.

Referenzstandorte zeigen das Potenzial der neuen Wärmeversorgung

Ein bereits umgesetzter Referenzstandort ist der econopark Pankstraße mit rund 45.000 Quadratmetern Fläche. Dort haben die GSG Berlin und GETEC die zuvor vollständig gasbasierte Wärmeversorgung grundlegend umgebaut. Bei einem Wärmebedarf von rund 2.170 MWh pro Jahr werden künftig rund 80 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Zum Einsatz kommen dabei insbesondere Luft-Wasser-Wärmepumpen und Pelletanlagen; Erdgas übernimmt nur noch einen Anteil von rund 10 Prozent. Die CO₂-Emissionen der Wärmeversorgung am Standort sinken dadurch um rund 80 Prozent.

Auch am Standort Zossener Straße haben die GSG Berlin und GETEC bereits ein standortspezifisches Wärme- und Kältekonzept umgesetzt beziehungsweise vorbereitet. Mit rund 500 kW Wärme- und 500 kW Kälteleistung kommt dort eine Kombination aus Adiabatik, Adsorption und Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz. Dabei wird Kälte unter anderem durch die Verdunstung von Wasser sowie mithilfe von Wärme erzeugt; die Kraft-Wärme-Kopplung stellt gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme bereit. So wird das neue Gebäude bedarfsgerecht mit Wärme und Kälte versorgt.

Energieinfrastruktur soll über Grundstücksgrenzen hinausreichen

Auf diesen Erfahrungen soll G2E nun aufbauen und die Dekarbonisierung auf die weiteren Standorte übertragen. Dabei soll die Infrastruktur nicht zwangsläufig an den Grundstücksgrenzen der GSG Berlin enden. Wo die technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Voraussetzungen gegeben sind, können perspektivisch auch benachbarte Immobilien angebunden und mit Wärme beziehungsweise Kälte versorgt werden.

„Mit G2E schaffen wir die Grundlage, um standortspezifische Energielösungen über ein größeres Portfolio hinweg wirtschaftlich umzusetzen“, sagt Sebastian Blecke, operativer Geschäftsführer der GSG Berlin. „Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Heizungsanlagen auszutauschen. Wir wollen eine Energieinfrastruktur entwickeln, die langfristig tragfähig ist und dort, wo es sinnvoll ist, auch über einzelne Grundstücke hinaus genutzt werden kann.“

Energieversorgung als zentraler Hebel der Dekarbonisierung

Für die GSG Berlin ist die Zusammenarbeit zugleich Bestandteil einer langfristigen Weiterentwicklung des Bestands. Energetische Verbesserungen an Dächern, Fenstern oder anderen Bauteilen sollen weiterhin vorgenommen werden, wenn entsprechende Sanierungs- oder Erneuerungsmaßnahmen anstehen. Der zentrale Hebel für die CO₂-Reduktion soll jedoch zunächst die Umstellung der Energieversorgung sein. Ziel ist es, die CO₂-Emissionen der in die Zusammenarbeit einbezogenen Gewerbehöfe bis 2031 um rund 90 Prozent zu reduzieren.

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Michael Mandla
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