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Wirtschaftsstandort Deutschland unter Druck: Was jetzt für Berliner Gewerbeflächen zählt

Die neue KPMG-Studie zum Wirtschaftsstandort Deutschland lässt wenig Raum für Beschönigungen. Aus Sicht internationaler Unternehmen hat die Attraktivität des Standorts weiter nachgelassen. Besonders kritisch bewertet werden Bürokratie, Energiekosten sowie Defizite bei digitaler und physischer Infrastruktur. Für die Ausgabe 2026 wurden 400 CFOs großer deutscher Tochtergesellschaften internationaler Konzerne befragt. Das Ergebnis ist deutlich: Der von KPMG seit 2017 erhobene Standortindex ist auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung gefallen.

Warum verliert Deutschland aus Sicht internationaler Unternehmen an Attraktivität?

Die Studie benennt mehrere Schwächen, die den Standort Deutschland aus Sicht internationaler Unternehmen zunehmend belasten. 70 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen sehen Deutschland bei der Regulierung unter den fünf schwächsten EU-Ländern, 29 Prozent sogar auf dem letzten Platz. Auch die Energiekosten werden sehr kritisch bewertet: 43 Prozent halten Deutschland hier für den schwächsten Standort in der EU. Noch deutlicher fällt das Urteil zur digitalen Infrastruktur aus. 69 Prozent sehen sie unter den fünf schwächsten in Europa, ein Drittel sogar als Schlusslicht. Hinzu kommt, dass auch die physische Infrastruktur deutlich schlechter eingeschätzt wird als noch vor wenigen Jahren. 

Diese Ergebnisse sind deshalb so relevant, weil sie an den Kern wirtschaftlicher Standortqualität gehen. Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen: kalkulierbare Betriebskosten, schnelle Prozesse, belastbare Netze, leistungsfähige Gebäude und eine Infrastruktur, die Wachstum nicht behindert. Wenn genau diese Faktoren schwächer wahrgenommen werden, wird die Standortentscheidung schneller zur Risikofrage.

Warum bleibt Deutschland trotz allem ein Schlüsselstandort?

Gerade deshalb ist die Studie interessant: Sie beschreibt nicht nur Defizite, sondern auch die weiterhin vorhandene Substanz. Deutschland punktet aus Sicht internationaler Unternehmen nach wie vor bei Marktgröße, Kaufkraft, politischer Stabilität, öffentlicher Sicherheit sowie Forschungs- und Innovationskraft. 60 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Deutschland aktuell als Europazentrale, 63 Prozent steuern von hier aus auch Aktivitäten außerhalb Europas. Das Land ist also keineswegs abgeschrieben. Es steht aber unter erheblichem Reformdruck.

Warum ist Berlin in dieser Lage besonders relevant?

Berlin ist nicht nur Hauptstadt, sondern ein wirtschaftliches Kraftzentrum mit internationaler Reichweite. Die Stadt bündelt politische Entscheidungen, Forschung, Kreativwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen und ein besonders diverses Unternehmensumfeld. Hinzu kommt, dass Berlin wirtschaftlich zuletzt robuster gewachsen ist als der Bund. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg 2024 um 0,8 Prozent, während die gesamtdeutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent schrumpfte. Für 2025 weist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für Berlin sogar ein weiteres Wachstum von 1,1 Prozent aus. 

Berlin bietet innerhalb Deutschlands besonders gute Voraussetzungen, um einzelne Standortnachteile teilweise zu kompensieren – durch wirtschaftliche Dynamik, Innovationskraft und internationale Reichweite. Die strukturellen Schwächen des Standorts Deutschland kann auch Berlin nicht aufheben. Aber die Hauptstadt bietet ein Umfeld, in dem sich manche Nachteile besser abfedern lassen als an vielen anderen Standorten.

Was bedeutet das für den Berliner Gewerbeimmobilienmarkt?

Wenn Unternehmen hohe Energiekosten, langsame Prozesse und digitale Defizite beklagen, steigt potenziell der Wert von Immobilien, die genau an diesen Punkten Entlastung schaffen. 

Dazu gehören erstens nachhaltige Energielösungen. Wer erneuerbare Energien vor Ort einbindet, kann Gebäude resilienter, effizienter und langfristig wirtschaftlicher machen.  

Zudem ist leistungsfähige Konnektivität heute eine wichtige Voraussetzung für viele Unternehmen. Dass Zertifizierungen wie WiredScore die digitale Konnektivität von Immobilien bewerten und transparent machen, zeigt, wie wichtig dieses Thema für die Standortqualität inzwischen geworden ist. 

Drittens geht es um Flexibilität. Unternehmen agieren vorsichtiger, entscheiden differenzierter und suchen Flächen, die sich ohne große Hürden an neue Anforderungen anpassen lassen. Das betrifft Grundrisse, Ausbauoptionen, Nutzungsvielfalt und die Bereitschaft des Vermieters, Umbauten lösungsorientiert zu begleiten. 

Gerade diese aktuellen Anforderungen sichern die Nachfrage nach zukunftsfähigen Gewerbeflächen. In einem Umfeld, in dem wirtschaftliche Unsicherheit zunimmt, gewinnen Immobilien an Bedeutung, die Unternehmen nicht zusätzlich belasten, sondern im Alltag konkret unterstützen.

Wie ordnen wir diese Entwicklung aus GSG-Sicht ein?

Für uns als GSG Berlin, Berlins bedeutendstem privaten Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen, bestätigt die Studie vor allem eines: Die Anforderungen an Standortqualität verschieben sich. Es reicht nicht mehr, nur eine gut gelegene Fläche anzubieten. Gefragt sind Gebäude und Areale, die Unternehmen in einem anspruchsvollen Umfeld konkret unterstützen. 

Dazu gehört für uns ein breites und flexibles Flächenangebot, das sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen gerecht wird. Dazu gehört ebenso, Mieter bei Umbau- und Anpassungsprozessen pragmatisch zu begleiten, statt zusätzliche Hürden aufzubauen. Und dazu gehört, Nachhaltigkeit und Digitalisierung nicht als Zusatzthemen zu behandeln, sondern als Teil wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit: etwa durch eigene PV-Lösungen, belastbare digitale Konnektivität und Gebäudequalitäten, die sich auch im Betrieb bewähren. 

Studie: Business Destination Germany 2026: Zwischen hohem Reformdruck und starkem Fundament

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