Eine aktuelle Umfrage zeigt: Wer in einem Einzel- oder Zweierbüro sitzt, kommt überdurchschnittlich oft täglich ins Büro. Umgekehrt kommen Menschen, die in offenen Büros mit Desk-Sharing sitzen, fast dreimal so oft nur an zwei bis vier Tagen ins Büro. Die Umfrage stammt von Mute-Labs, einem Anbieter von Telefonkabinen. Teilgenommen haben 600 Büroangestellte in Deutschland (mit überwiegend wissensbasierter Tätigkeit, die mindestens zwei Tage pro Woche im Büro arbeiten). Heißt das: Der Trend zum offenen Büro treibt die Menschen ins Homeoffice?
Was sorgt für Stress im Büro?
Genau genommen scheint vor allem fehlender Schallschutz ein Problem zu sein: Es ist der Lärm, der bei 65 Prozent der Menschen in offenen Büros für Stress sorgt. Entsprechend sagen dann auch 52 Prozent der Menschen in offenen Büros, dass sich das Homeoffice besser für konzentriertes Arbeiten eignet. Bei den Menschen in Einzelbüros sagen das nur 36 Prozent.
Wer flüchtet ins Homeoffice?
Ein Fazit der Umfrage: Wer im Büro einen Rückzugsort hat, muss zum konzentrierten Arbeiten nicht ins Homeoffice flüchten. Wer keinen hat, schon. So verwundert es wenig, dass Rückzugsräume im Ranking der Befragten ganz oben auf der Wunschliste stehen: Die Menschen würden sie für Konzentrationsphasen, vertrauliche Gespräche, kurze Abstimmungen, Videocalls und (sofern noch gegeben) das klassische Telefonat nutzen.
Kommt das Einzel- und Zweierbüro zurück?
Entsprechend ziehen längst neue Rückzugsräume wie beispielsweise Telefonboxen als Raummodule in viele Büros ein – die Verbreitung ist nach unserer Beobachtung rasant. Aber auch den Weg zurück zur Einzelverzimmerung beobachten wir hier und da – nicht wie in den 1970er- und 1980er-Jahren mit engen, kargen, farblosen Fluren, sondern modern interpretiert. Beispielsweise, indem Flure als Begegnungszonen konzipiert werden – mit Aufenthaltsbereichen.
Was sind die Grundlagen für flexible Bürogrundrisse?
Eine Voraussetzung für Grundrissgestaltungen, die zu den individuellen Ansprüchen und Bedürfnissen der Menschen eines Unternehmens passen, ist fast immer die Gebäudestruktur. Dabei wird oft ein Punkt unterschätzt: die Raumhöhe. Egal ob Galerieebenen, zweistöckige Haus-in-Haus-Module oder erhöhte Podestarbeitsplätze, bei denen sich die Deckenlandschaft nicht gleich bedrückend nahe anfühlt – hohe Räume öffnen architektonische Möglichkeiten. Wer die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) beziehungsweise deren Kriterien zur Bewertung flexibler Raumnutzungen kennt, weiß: Hohe Büroräume punkten mehr als „normal hohe“. Dies erlaubt auch einen leichteren Wechsel der Nutzungsart. Dass dabei immer auch der Schallschutz bedacht werden muss – Lösungen gibt es viele –, versteht sich von selbst und wird durch die oben genannte Umfrage noch einmal betont.
Was bedeutet das für die Büroplanung?
Offen oder geschlossen ist damit am Ende nicht die einzige entscheidende Frage. Wichtig ist vielmehr, dass Büroflächen unterschiedliche Arbeitsweisen zulassen und ausreichend Rückzug ermöglichen. Gerade Gebäude mit flexiblen Grundrissen und hohen Räumen bieten dafür gute Voraussetzungen – und können sich auch dann weiterentwickeln, wenn sich die Anforderungen ihrer Nutzer verändern.
Als bedeutendster privater Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins beobachten wir bei der GSG Berlin deshalb sehr genau, wie sich die Anforderungen an Büroflächen verändern und welche Gebäudestrukturen langfristig genügend Spielraum dafür bieten.
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