Eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt: Rund ein Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland, die auch mobil arbeiten, sind in den vergangenen Jahren von ihren Arbeitgebern aufgefordert worden, häufiger vor Ort präsent zu sein. Die Studie zeigt auch, wie groß die Unzufriedenheit mit dem Bürozwang ist: Dies gilt insbesondere für Menschen, die Sorgeverantwortung haben, vor allem für Mütter. Grundsätzlich wird der Bürozwang von den Beschäftigten häufig als Wunsch nach mehr Kontrolle verstanden. Return-to-Office-Initiativen werden außerdem von vielen mit fehlendem Vertrauen der Vorgesetzten in die Beschäftigten verbunden. In die Auswertung sind Daten von rund 2.600 Erwerbspersonen eingeflossen, deren Job zumindest teilweise für das Homeoffice geeignet ist.
Return to Office in Berlin: Wie stark ist der Trend wirklich – und welche Rolle spielt Bürozwang?
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Wie können Büros die Menschen wieder mehr anziehen?
Dabei können Büros viele Menschen durchaus auch ohne Zwang anziehen – sofern sie einen klaren Mehrwert gegenüber dem Arbeitsplatz zuhause bieten. Ein solcher Mehrwert können abgeschirmte, vom Büro aus direkt nutzbare Freiflächen sein. Gerade in einer dichten Großstadt wie Berlin verfügen viele Menschen im Homeoffice nicht über einen eigenen Garten oder eine andere ruhige Möglichkeit für Pausen oder Arbeit unter freiem Himmel. Der Mehrwert ist belegt: Büros mit ruhigen Höfen oder Atrien werden immer wieder von deutschen, aber auch internationalen Studien als ein klarer Unterschiedsfaktor zwischen Durchschnittsbüro und Office mit herausragender Qualität bestätigt.
Wie hoch ist die Anwesenheitsquote der Büromieter der GSG Berlin?
Vielleicht sind insofern auch die historischen Hofstrukturen, die sich auf fast allen Grundstücken der GSG Berlin wiederfinden, ein zusätzlicher Magnet für die Mitarbeitenden der jeweiligen Mieter. Denn die Mieter der GSG Berlin arbeiten überwiegend vor Ort in den jeweiligen Büros: 67 Prozent der Unternehmen sagen, dass die Beschäftigten mindestens drei Viertel ihrer Arbeitszeit im Büro sind. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es noch 63 Prozent. In vielen Unternehmen lag die Anwesenheitsquote schon früh nach der Pandemie über dem jeweiligen Branchendurchschnitt.
Für die GSG Berlin als bedeutendsten privaten Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins ist diese Entwicklung besonders relevant: Denn wenn hybride Arbeit dauerhaft Teil der Arbeitswelt bleibt, entscheidet die Qualität des einzelnen Standorts stärker darüber, wie gerne Menschen tatsächlich ins Büro kommen.
Ist Berlin beim Thema Bürozwang lockerer als andere Städte?
Freiwillig oder nicht? Grundsätzlich gilt: Von den großen Bürohochburgen ist Berlin neben Stuttgart die Stadt, in der Unternehmen ihre Mitarbeitenden am seltensten an allen Tagen ins Büro verpflichten. Das hat eine Umfrage unter 500 Personalverantwortlichen aus unterschiedlichen Branchen an den sieben wichtigsten deutschen Bürostandorten ergeben, die wir in Auftrag gegeben haben. Nur 27 Prozent der befragten Berliner Unternehmen verlangen eine vollständige Büropräsenz. Berlin ist demnach zudem die Stadt, in der die Anwesenheitsquote komplett ohne Zwang am wenigsten zurückgehen würde. Das deutet darauf hin, dass Berliner Beschäftigte vergleichsweise häufig auch freiwillig ins Büro kommen.
Was zieht die Menschen beim Bürogrundriss und Interior Design ins Büro?
In der Umfrage wurde auch untersucht, was mit Blick auf Grundriss und Interior Design dazu beitragen kann, dass die Menschen wieder freiwillig häufiger ins Büro kommen. Zwei Punkte, die als wichtig gelten, in der Praxis aber besonders häufig fehlen, sind informelle Bereiche wie Break-Out-Areas sowie ruhige Räume für die konzentrierte Einzel- oder Doppelarbeit.
Welche Mehrwerte bieten Break-Out-Zonen und ruhige Arbeitsplätze?
Die Mehrwerte gegenüber dem Homeoffice liegen in beiden Fällen auf der Hand: Break-Out-Zonen bieten den Luxus, dass sie nur auf den ersten Blick einem spezifischen Zweck dienen. Nehmen wir einen Fun-Bereich mit Billard, Minigolf oder Basketball – alles durchaus real in der heutigen Bürolandschaft. Auf den zweiten Blick tritt der Fun- und Retreat-Charakter solcher Zonen in den Hintergrund: Die Mitarbeitenden können sich die jeweiligen Orte für ihre Zwecke aneignen. Individuelle Erholung, kollektiver Austausch, Inspiration für neue Ideen durch einen Tapetenwechsel – solche räumlichen „Alleskönner“ lassen sich im Homeoffice nur schwer abbilden.
Gleiches gilt für den ruhigen Arbeitsplatz zum wirklich konzentrierten Arbeiten: Je nach familiärer Situation oder Wohnform wie beispielsweise einer Wohngemeinschaft ist das vermeintlich ungestörte Homeoffice durchaus häufiger auch ein lauter Ort.
Sind historische Industriegebäude die besseren Büros?
Für Büros, die es schaffen wollen, Menschen anzuziehen, sind folglich neben den bekannten Punkten wie Lage, Erreichbarkeit und dem damit verbundenen Zeitaufwand des Arbeitswegs vor allem architektonische Fragen wichtig: Ist ein Bezug zu ruhigen, attraktiven Außenflächen vorhanden? Sind die Flächen selbst flexibel genug gestaltbar, dass Themen wie Break-Out-Areas realisierbar sind? Vor allem historische Industriealtbauten bieten oftmals beides.
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