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Kreuzberg als Szeneviertel: Warum Gesundheit und Bewegung neue Impulse für Gewerbeflächen setzen

Kreuzberg zählt zu den Top-Szenevierteln Deutschlands – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung von TUI. Der Bezirk wird dort als „kreativer Puls der Hauptstadt“ beschrieben, als Ort, an dem sich die Vielfalt Berlins auf den Straßen widerspiegelt. 

Ein Detail der Untersuchung ist besonders interessant: In die Bewertung floss unter anderem die Dichte an Pilates- und Yoga-Studios ein. Bewegungs- und Gesundheitsangebote wurden also explizit als Standortfaktoren gewertet. 

Tatsächlich ist das auch ein Punkt, den wir bei unseren Mietanfragen in Kreuzberg feststellen: (Mikro-)Sport- und Wellness- bis Gesundheitseinrichtungen sind gegenwärtig so aktiv auf der Suche nach neuen Gewerbeflächen wie selten zuvor.

Ist Gesundheit ein Antreiber für die Konjunktur?

Eine mögliche wissenschaftliche Erklärung für diesen Boom liefern die sogenannten Kondratieff-Zyklen. Sie beschreiben langfristige Konjunkturwellen, die jeweils auf unterschiedlichen Innovationen und Antreibern basieren. Die Dampfmaschine gilt als einer dieser Treiber, ebenso später das Automobil. Heute wird häufig die Künstliche Intelligenz genannt. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die argumentieren, IT und Digitalisierung seien bereits Treiber der vergangenen Welle gewesen und KI lediglich deren Fortsetzung. 

Als alternative nächste Entwicklungsstufe wird zunehmend die psychosoziale oder ganzheitliche Gesundheit diskutiert. Gemeint sind Themen wie Gesundheitsvorsorge, mentale Gesundheit, Pflege und eine alternde Gesellschaft. Damit stünde stärker der Mensch im Zentrum wirtschaftlicher Dynamik. Zugleich profitieren technologiegetriebene Segmente wie Bio- und Gesundheitstechnologie, Wearables oder Telemedizin.

Spiegelt sich dieser Trend in der Nachfrage nach Gewerbeflächen in Kreuzberg wider?

Unsere Beobachtung ist eindeutig: Neben klassischen Gesundheitsanbieter:innen fragen auch digitale Unternehmen mit entsprechendem Schwerpunkt verstärkt Flächen nach. Kreuzberg mit seiner gewachsenen Mischung aus Kreativwirtschaft, Wohnen und urbaner Infrastruktur bietet hierfür ein passendes Umfeld. 

Mit fast einer Million Quadratmetern Mietfläche ist die GSG Berlin der bedeutendste private Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins. Gerade in innerstädtischen Lagen zeigt sich, wie wichtig flexible Bestandsgebäude sind, um neue Nutzungsanforderungen aufnehmen zu können.

Ist das Büro selbst Ausdruck eines gestiegenen Gesundheitsbewusstseins?

Auch in Büros anderer Branchen in unseren Kreuzberger Beständen wird sichtbar, dass sich Grundrisse und Raumkonzepte zunehmend am Thema Gesundheit orientieren. Gemeint ist nicht nur die Hängematte oder die Tischtennisplatte, sondern auch bewusst integrierte Räume für Yoga, Pilates oder Rückzug. 

In der Öffentlichkeit werden solche Angebote mitunter als symbolische Maßnahmen belächelt. Wir stellen jedoch fest, dass viele Unternehmen mit entsprechendem Mindset das Thema Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ernsthaft und langfristig angehen.

Haben historische Altbauten strukturelle Vorteile für kommende Entwicklungen?

Immobilien müssen für solche Veränderungen die nötige baulich-räumliche Flexibilität bieten. Historische Altbauten sowie ehemalige Fabrik- und Produktionsstandorte der Gründerzeit verfügen häufig über genau diese Qualitäten. Aufgrund ihrer Konstruktion konnten sie sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neu erfinden. 

Sie haben sämtliche wirtschaftlichen Entwicklungsphasen durchlaufen und jeweils passende Räume für veränderte Schwerpunkte bereitgestellt. Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, dass sie auch künftige Nutzungsanforderungen, die stärker auf Gesundheit, Bewegung und menschliches Wohlbefinden ausgerichtet sind, strukturell gut abbilden können.

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Michael Mandla
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