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Firmenzuzüge und Gründungen: Charlottenburg in H1 2026 mit gegensätzlicher Entwicklung zu Mitte, Pankow und Kreuzberg

Mitte, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf – diese vier Bezirke sind traditionell für Unternehmensgründungen und Firmenzuzüge am attraktivsten. Zuletzt verbuchten sie allerdings eine unterschiedliche Entwicklung. Das zeigt eine Sonderauswertung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg, die wir in Auftrag gegeben haben. Demnach schwächelt vor allem Charlottenburg-Wilmersdorf: Innerhalb der vergangenen vier Halbjahre ging die Zahl der Neugründungen von 1.784 auf 1.400 Unternehmen zurück. Betroffen ist auch die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft als eine der traditionell wichtigen Branchen des Bezirks. In der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft ist die Zahl der neu gegründeten Unternehmen in den vergangenen vier Halbjahren kontinuierlich von 96 auf 63 gesunken. Die Zahl liegt im betrachteten Zeitraum erstmals unter der Zahl an Neugründungen derselben Branche in Mitte (67 Unternehmen).

Foto: © GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger

Welche Nutzungschancen bieten sich für Büros in Charlottenburg?

Auch die Zahl der Unternehmenszuzüge nach Charlottenburg-Wilmersdorf ist in den vergangenen vier Halbjahren gesunken – über alle Branchen betrachtet von 76 auf 55 Unternehmen und in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft von 13 auf 7. Zum Vergleich: Anfang 2024 waren die Zuzugszahlen nach Charlottenburg insgesamt noch klar dreistellig und jedes dritte Unternehmen kam aus der bis dahin noch starken Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. 

Gerade in dieser Entwicklung liegen jedoch auch Chancen, etwa durch die Umnutzung leerstehender Büros zu Wohnungen. Wohnraum für zuziehende Arbeitskräfte ist längst ein Wirtschafts- und Attraktivitätsfaktor. Charlottenburg-Wilmersdorf verzeichnete beim Wohnungsneubau in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen Bezirken nur wenig Wachstum. Mit zwei Universitäten bietet der Bezirk zudem großes Potenzial für studentisches Wohnen. Auch die Umnutzung geeigneter Flächen für Bildung und Forschung könnte neue Perspektiven eröffnen.

Wie stark bleibt Charlottenburg-Wilmersdorf als Bürostandort?

Dennoch dürfte der Bezirk auch künftig ein starker Bürostandort bleiben. Die Berliner Wirtschaft entwickelt sich zuletzt insgesamt wieder gut, auch der Dienstleistungssektor trägt hier seinen Teil bei. Charlottenburg-Wilmersdorf wird als attraktiver Innenstadtbezirk perspektivisch wieder mehr Unternehmen anziehen. Potenzial bietet beispielsweise die Werbewirtschaft, deren Neugründungszahlen zuletzt einigermaßen konstant waren. 

Mit fast 1 Mio. m² sind wir der bedeutendste private Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins. Aus unseren Gewerbehofbeständen und Erhebungen zum Umzugsverhalten wissen wir, dass Werbe- und Onlineagenturen Charlottenburg neben Mitte, Kreuzberg und Pankow durchaus als Standort favorisieren. Grundsätzlich kommt es mehr und mehr auf die Erreichbarkeit an, damit Büros durch kurze Wege für die Menschen attraktiv bleiben. Charlottenburg muss sich hier überhaupt nicht hinter den übrigen Innenstadtbezirken verstecken.

Wie positiv ist der Trend in Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg?

Im Vergleich zeigen die übrigen eingangs genannten Bezirke, in denen wir ebenfalls Gewerbehöfe im Bestand halten, schon länger einen Aufwärtstrend: Mitte konnte seine Neugründungen innerhalb der vergangenen vier Halbjahre von 2.726 auf 3.336 Unternehmen erhöhen. Pankow steigerte sich von 1.935 auf 2.180 Unternehmen; Friedrichshain-Kreuzberg von 1.642 auf 1.899 Unternehmen. Die Zuzugszahlen in den drei genannten Bezirken sind vergleichsweise konstant.

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