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Der Nutzer als sozialer Mehrwert

Energiepilotprojekte der GSG Berlin wie in der Pankstraße, wo verschiedene Heizlösungen intelligent miteinander kombiniert werden und bis zu 85 Prozent weniger CO2-Asstoß in der Wärmeversorgung möglich werden – solche Zahlen stehen für ökologische Nachhaltigkeit. Allerdings umfasst Nachhaltigkeit generell – also bei Immobilien ebenfalls – immer auch eine soziale EbeneDiese könnte sogar künftig noch wichtiger werden, denn die EU könnte die Berücksichtigung sozialer Aspekte innerhalb des bestehenden Nachhaltigkeitsrahmens weiter ausbauen, wie unter anderem die LBBW erwartet. Man spricht neben der grünen von der sozialen Taxonomie.

Visualisierung: © GSG Berlin GmbH

Wofür steht die soziale Taxonomie?

Die soziale Taxonomie fokussiert unter anderem auf die Endnutzer von Produkten. Auf Immobilien bezogen wird hierunter je nach Sichtweise beispielsweise der thermische oder akustische Komfort für die Menschen in Arbeitsräumen verstandenAber auch die Langlebigkeit eines Gutes (also der Immobilie) ist ein Thema für die Nutzer – insbesondere historische Industriegebäude, die über teils mehr als 100 Jahre flexibel immer wieder wechselnde Arbeitsansprüche erfüllen konnten, dürften hier punkten.  

Wie versteht sich Zugang zu wirtschaftlicher Basisinfrastruktur?

Die soziale Taxonomie fokussiert außerdem auf die Gesellschaft und Kommunen. Gemeint ist je nach Sichtweise beispielsweise der verbesserte Zugang zu wirtschaftlicher Basisinfrastruktur – bei Immobilien, die Raum für die Wirtschaft bieten, bedeutet das vor allem Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung. Man könnte aber auch den Mietpreis als Faktor nennen, der den Zugang zu Flächen für Unternehmen erschwert oder erleichtert. Hinzu kommen Punkte wie öffentliche Akzeptanz, Atmosphäre und Attraktivität von Immobilien, also gestalterische Fragen. Ästhetik als Zugang für den Kopf womöglich. Historische Architektur, die im Menschen oft Sehnsucht hervorruft, könnte hier erneut Vorteile haben.

Kann Sport ein sozialer Anker sein?

Aber wie sieht es mit den Nutzern selbst auch? Sportnutzungen können ein sozialer Anker sein: Sie können als Mieter, die „Wir-Orte schaffendurchaus ein Kriterium für soziale Nachhaltigkeit sein. Der Sport-Club-Lurich ist mit über 300 Mitgliedern ein Mieter der GSG Berlin in KreuzbergDort habe man beispielsweise viele Jugendliche erlebt, die durch den Sport im Leben disziplinierter wurden, wodurch sich auch ihre schulische Leistung verbessert hat. Ein Trainer sagt gardass sie „tatsächlich nur noch Einsen und Zweien schreiben.“

Welche Beispiele für soziale Unternehmen gibt es?

Der Sport-Club ist nur einer von zahlreichen Nutzern, die auf Flächen der GSG Berlin für sozialen Impact sorgen. Zu weiteren Mietern zählen krisenchat, die kostenlose psychologische Beratung für junge Menschen in Krisensituationen anbieten – per Chat, wie der Namen schon sagt. Oder die vergleichsweise bekannte Flying Steps Academy, die ihren gesellschaftlichen Impact unter anderem durch ein sportliches Ergänzungsprogramm für Schulklassen ausdrückt: Diese können einmal pro Woche in den Räumlichkeiten der Flying Steps Academy im Klassenverbund unterrichtet werden. Oder die bekannte Nachbarschaftsplattform nebenan.de. Oder die kaum minder bekannte Spendenplattform betterplace.org. Auch der Erhalt der Clubkultur durch Mieter der GSG Berlin wie Ritter Butzke bietet einen sozialen Mehrwert. Hinzu kommen Schulen und Bildungsräume, die zuletzt häufiger bei der GSG Berlin neue Flächen angemietet haben. Die Montessori-Schule ist ein junges Beispiel.

Wie versteht sich die GSG Berlin unter Gesichtspunkten der sozialen Nachhaltigkeit?

Als Berlins bedeutendster privater Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen trägt die GSG Berlin Verantwortung dafür, produktive Stadträume zu schaffen und zu erhalten. Die Gewerbehöfe verbinden Handwerk, Produktion, Lager, Service, Kreativwirtschaft, Handel, Gastronomie, Büro und eben auch soziale Nutzungen und Nutzer an einem Ort. Ein Punkt dabei ist die je nach Objekt vergleichsweise geringe Miete: Die Durchschnittsmiete liegt sowohl bei Neu- als auch bei Bestandsvermietungen unter dem marktüblichen Niveau.

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Michael Mandla
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