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Das Büro als Jokerfläche

„Auf 300 loftigen Quadratmetern bieten wir ab sofort Schreibtische, Küche, Werkstatt, Besprechungsraum und Jokerflächen an“, heißt es in einer Anzeige für einen Gewerberaum in Köln. Das Angebot klingt inhaltlich verständlich – außer vielleicht beim letztgenannten Begriff der Jokerfläche. Ein Begriff, der in der Architektur und im Städtebau seit Jahren Tradition hat, im Büroimmobilienbereich aber noch relativ neu klingt. Worum geht es?

Foto: © GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger

Was ist eine Jokerfläche im Büro?

Die Jokerfläche ist eine flexibel nutzbare, nicht eindeutig zugeordnete Zusatzfläche, die im Bedarfsfall rasch an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden kann. Es handelt sich also um eine Art Multifunktionszone, die je nach Bedarf unterschiedliche Funktionen übernehmen kann. So wie ein Joker im Kartenspiel unterschiedliche Karten ersetzen kann, passt sich auch die Fläche der jeweiligen Situation an. 

So nutzen Unternehmen in unseren historischen Gewerbehöfen in Kreuzberg beispielsweise Teile ihrer Büroflächen für Sportangebote wie Yogakurse, Tischkicker und Tischtennis. Dieselbe Fläche wird aber immer wieder auch in einen Pop-up-Besprechungsraum verwandelt oder für All-Hands-Meetings verwendet: Dann verschwinden Matten und Tischtennisplatten, stattdessen kommen beispielsweise Whiteboards zum Einsatz.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Jokerfläche und Break-out-Area im Büro?

Inhaltlich gibt es Analogien zur sogenannten Break-out-Area im Büro. Auch sie lässt sich von den Menschen vor Ort flexibel und bedarfsorientiert nutzen. Ihr Schwerpunkt liegt allerdings stärker auf informeller Kommunikation, Rückzug oder Erholung. Häufig ist auch das Mobiliar weniger flexibel angelegt. 

Die Jokerfläche ist offener gedacht: Sie kann ebenso gut als Reserve für temporäre Projektarbeitsplätze dienen oder kurzfristig zum Archiv werden, wenn das Lager überquillt. Entscheidend ist weniger eine bestimmte Nutzung als vielmehr die Möglichkeit, die Fläche immer wieder neu zu bespielen.

Sind historische Gewerbeimmobilien selbst Jokerflächen?

Grundsätzlich gilt: Historische Industriearchitektur, die sich über mehr als 100 Jahre immer wieder an gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen angepasst hat, dürfte vielfach auch für Büros mit flexiblen Jokerflächen geeignet sein. Große Deckenhöhen, belastbare Gebäudestrukturen und großzügige Belichtung ermöglichen häufig sehr unterschiedliche Nutzungen. Eigenschaften wie diese werden – in zeitgemäßer Form – längst auch bei Neubauten aufgegriffen. 

Mehr noch: Man könnte historische Gewerbeimmobilien sogar insgesamt als Jokerflächen bezeichnen. Denn was gestern Industriefläche und heute Büro mit Jokerfläche ist, kann morgen vielleicht Raum für urbane Produktion, Logistik auf der letzten Meile, Bildung oder andere Nutzungen bieten. 

Für uns als bedeutendster privater Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins zeigt sich darin eine Qualität, die angesichts sich verändernder Arbeits- und Nutzungsmodelle weiter an Bedeutung gewinnt: Gebäude und Flächen müssen nicht für jede denkbare Entwicklung im Voraus geplant sein. Entscheidend ist vielmehr, dass ihre Strukturen genügend Spielraum bieten, um auf neue Anforderungen reagieren zu können.

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