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Das Büro als Gegenpol zur Monotonie

Viele Unternehmen wissen: Monotonie ist ein Kreativitätskiller. Und so setzen sie bei der Innenraumgestaltung ihrer Büros immer häufiger auf Abwechslung: durch die Kombination von Stilen, Farben, Mustern, Materialien und Formen statt eines durchgängig einheitlichen Look-and-Feels. Beruhigende und weiche Designelemente treffen auf aktivierende. Möbel, ob neu oder gebraucht, funktionieren nicht nur ergonomisch, sondern auch als Skulpturen im Raum. Selbst Decken werden für Zonierungen, Grünpflanzen oder Lichtinszenierungen genutzt.

GSG Berlin – Büro

Foto: © GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger

Welche Beispiele für abwechslungsreiche Bürogestaltung gibt es in Deutschland?

Da fungiert dann auch mal eine Unterwasserwelt als Raumteiler – in einem Büro in München findet sich ein entsprechend großes Aquarium. Nutzer ist ein Immobilienunternehmen. Oder nehmen wir das Lebensmittelunternehmen, das seine Zentrale bei Stuttgart in den ikonisch bunten Farben und quadratischen Formen seiner Produkte designen ließ. Das Farbspiel geht so weit, dass sogar die linke und rechte Aufzugstür unterschiedlich gestaltet sind: gelb und ocker-orange. Die Farbigkeit setzt sich auf der Wand oberhalb des Aufzugs fort. Oder das Werbeunternehmen in Hamburg mit grünen Wänden als Verbindung zu den Bäumen vor den Fenstern, einem bunten Spielzimmer und rot-weiß gekachelten Nasszellen.

Welche Beispiele für attraktive Büros gibt es in den Beständen der GSG Berlin?

Auch aus unseren Beständen in Berlin ließen sich zahlreiche Beispiele anführen: etwa der Club in Kreuzberg mit seiner magischen Glitzerwelt, der auch als Arbeitsort für Konferenzen gebucht wird, oder der Verlag in Schöneberg mit vielfarbigen Besprechungscubes und Sitzsäcken in unterschiedlichen Bürozonen. Eines haben all diese Orte gemeinsam: Sie befinden sich nicht in Neubauten, sondern in Bestandsimmobilien. Einige davon sind weit über 100 Jahre alt.

Welche Vorteile hat historische Bausubstanz?

Historische und vor allem ehemals industriell genutzte Gebäude bieten häufig gute Voraussetzungen für flexible Nutzungen. Gründe dafür sind unter anderem ihre statischen Parameter, die Raumhöhe, die meist sehr gute Belichtung sowie der loftartige Charakter durch den Verzicht auf tragende Wände im Innern. Auf Farbigkeit und Möblierung hat das kaum Einfluss, auf Zonierung und Grundrissgestaltung jedoch durchaus. Gleichzeitig lassen sich dort ebenso zurückhaltende, klassisch gestaltete Büros realisieren. Auch sie sind als Gegentrend keinesfalls verschwunden – sie arbeiten lediglich leiser gegen die Monotonie.

Wie hoch ist die Drittverwendungsfähigkeit historischer Bausubstanz?

Hinzu kommt eine hohe Drittverwendungsfähigkeit. Eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zur Umwandlung von Nichtwohngebäuden in Wohnimmobilien zeigte, dass 42 Prozent der untersuchten Projekte auf Baualtersklassen vor 1920 entfielen. Es folgte die Altersklasse 1920 bis 1949 mit 13 Prozent. Fast alle übrigen lagen im einstelligen Prozentbereich. Zwar wies die Studie darauf hin, dass diese Verteilung nicht repräsentativ ist. Als Indikator für die Anpassungsfähigkeit älterer Gebäude dürfte sie dennoch dienen. 

Für uns als privaten Büro- und Gewerbeflächenvermieter Berlins liegt genau darin eine besondere Qualität historischer Gewerbeimmobilien: Sie geben Unternehmen Spielraum, Arbeitswelten immer wieder neu zu denken und an veränderte Anforderungen anzupassen.

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Michael Mandla
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