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106 Jahre Geschichte: Holmberg, ein Familienunternehmen in Kreuzberg

Es gibt viele kritische, sensible Technologien, die einwandfrei funktionieren müssen, damit ein Passagierflugzeug starten darf. Eine erste Assoziation dürften die Triebwerke sein. Doch auch die Kommunikation ist in der Luftfahrt von essenzieller Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist das Kabinenhandset, das das Flugpersonal für Durchsagen an die Passagier:innen verwendet. Wenn das Handset nicht funktioniert, ist ein Start verboten, da es im Notfall für Evakuierungsdurchsagen lebensrettend sein kann.

Die Berliner Firma Holmberg ist mit ihrer Marke HOLMCO auf solche Handsets spezialisiert und unter anderem Alleinlieferant für Airbus. Auch die Pilot:innen kommunizieren im Cockpit mit Headsets von Holmberg. Außerdem finden sich in zahlreichen Terminals auf der ganzen Welt Mikrofone der Firma, die auch für die Flugsicherung eingesetzt werden. Darüber hinaus nutzen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Transportunternehmen, Bahn und Katastrophenschutz HOLMCO Produkte – überall dort, wo sensible Kommunikation stattfindet. So auch in der Marineschifffahrt. Wusstet ihr, dass die Mikrofone dort resistent gegen den Salznebel der Meere sein müssen? Andernfalls droht Verkrustung und damit die Gebrauchsunfähigkeit, die auf See äußerst gefährlich ist.

Foto: GSG Berlin
Beständiges Produkt

Die Firma Holmberg blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1919 gegründet, produzierte sie anfänglich sogenannte Weiße Ware, also Haustechnik und Haushaltsgeräte für jedermann. Seit 1951 befindet sich das Unternehmen im Besitz der Familie Pöppel, die seither zertifizierte dynamische Schallwandler, Mikrofone, Hörsprechgarnituren und Handapparate entwickelt und produziert. Alle elektroakustischen Geräte unterliegen höchsten „Made in Germany“-Standards und werden einer 100-prozentigen Qualitätskontrolle hinsichtlich technischer Parameter, Robustheit und Zuverlässigkeit unterzogen.

Im Jahr 1957 lieferte Holmberg erstmals Faustmikrofone an die Luftfahrt; es handelte sich um die KLM Royal Dutch Airlines. Interessant ist, dass diese Mikrofone trotz des technischen Fortschritts in den folgenden Jahrzehnten nie grundlegend verändert wurden – tatsächlich wurde nur das Innenleben des Produkts immer wieder angepasst. Thorsten Pöppel ist seit 2010 Geschäftsführer der Holmberg GmbH & Co. KG. Als Eigentümer in dritter Generation betont er: „Wir sind mittlerweile 190 Mitarbeitende, und bei uns sind alle gleich wichtig. Das hat mein Großvater schon gesagt und vorgelebt. Jeden Morgen gehe ich durch die Firma und begrüße alle mit einem ‚Guten Morgen‘, egal, ob sie oder er in der Entwicklung, der Produktion oder dem Versand arbeiten.“ Der Geist und die Einstellung eines Familienunternehmens schwingen bei allen mit und führen unter anderem zu einer Kunden- und Krisenkommunikation, die von Offenheit, Beständigkeit und Respekt geprägt ist.

Alle Mitarbeitenden unter einem Dach

Alle 190 Kolleg:innen arbeiten in der Ohlauer Straße in Berlin-Kreuzberg auf Mietflächen der GSG Berlin, dem führenden Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen in der Hauptstadt. „Ich liebe den alten Charme des Gebäudes, ich liebe die Gegend. Sie ist sehr zentral, super zu erreichen und lebendig“, schwärmt Thorsten Pöppel. Spannend sei auch der Gegensatz: „Immer wieder spiegeln uns Kund:innen nach Terminen, dass sie beim Betreten des Gebäudes sehr positiv von dem kontrastierenden Innenraum mit unseren topmodernen Produkten, Geräten und der Ausstattung überrascht waren.

Seit 1958 ist Holmberg an diesem Standort vertreten, zuerst auf einer Etage, heute auf fünf Stockwerken bis hoch ins Dachgeschoss, das als Lager genutzt wird. „Wir schätzen auch die Kontakte zu den Nachbar:innen“, erzählt Thorsten Pöppel. „Es gibt ein Tauchzentrum nebenan, da habe ich schon vor 30 Jahren meinen Tauchschein gemacht.“ Zudem finden von den Mitarbeitenden organisierte Grillfeste statt, die anfänglich klein waren und mittlerweile so viele Menschen auf dem Hof vereinen, dass sich das Aufstellen einer Karaoke-Bühne lohnt. „Die GSG Berlin zieht bei so etwas immer mit. Sie hat generell die Einstellung, Dinge möglich zu machen, statt sie zu blockieren. Darin sind unser Vermieter und wir uns im Mindset sehr ähnlich.“

Wie sieht die Zukunft aus?

„Was uns antreibt, ist die Frage: Was können wir jetzt tun, um in 20 Jahren gut dazustehen? Vielleicht möchten dann auch meine Kinder hier einsteigen“, sagt Thorsten Pöppel. In der Zwischenzeit werden immer wieder neue Talente gebraucht, die Holmberg unterstützen. Vor allem Menschen mit Erfahrung in den Bereichen Akustik, Technologie oder ganz speziell Luftfahrt sind willkommen. Aber auch KI-Kompetenzen sind zunehmend gefragt. Ein Blick auf die Stellenanzeigen lohnt sich: https://holmco.de/karriere

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Michael Mandla
Leiter Kommunikation
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