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Pilotprojekt: GSG Berlin senkt CO₂-Emissionen im econopark Pankstraße um bis zu 85 Prozent

Die GSG Berlin stellt die Wärmeversorgung im econopark Pankstraße in Berlin-Pankow auf ein neues hybrides Energiekonzept um. Gemeinsam mit GETEC wurde für den rund 43.000 Quadratmeter großen Gewerbehof ein System entwickelt, das den Energieverbrauch deutlich reduzieren und die CO₂-Emissionen der Wärmeversorgung um bis zu 85 Prozent senken soll.

Nach den bisherigen Berechnungen kann der Energieverbrauch am Standort um rund 50 Prozent sinken. Die jährliche CO₂-Einsparung liegt bei bis zu 446 Tonnen. Rund 90 Prozent der Wärmeversorgung sollen künftig aus erneuerbaren Quellen stammen. Die installierte Leistung beträgt etwa 1,7 Megawatt Wärme. Perspektivisch kann das System auch Kälte bereitstellen, sofern am Standort entsprechender Bedarf entsteht.

Für die GSG Berlin ist das Projekt ein wichtiger Schritt bei der Dekarbonisierung ihrer Gewerbehöfe. Als Berlins bedeutendster privater Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen steht das Unternehmen vor einer zentralen Aufgabe: große, gewachsene Bestandsstandorte so weiterzuentwickeln, dass sie auch langfristig wirtschaftlich, funktional und klimaverträglich betrieben werden können.

Foto: © GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger

Warum ist klimafreundliche Wärme im Bestand so entscheidend?

Die Energiewende im Gebäudesektor entscheidet sich nicht nur im Neubau. Gerade in Städten wie Berlin liegt ein großer Teil der Immobilien bereits im Bestand. Viele Gebäude wurden für andere Anforderungen gebaut, mehrfach umgenutzt, erweitert oder modernisiert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, CO₂-Reduktion und Betriebssicherheit.

Für Gewerbeimmobilien ist diese Aufgabe besonders komplex. Anders als in reinen Bürogebäuden treffen in Gewerbehöfen viele Nutzungen aufeinander: Büros, Werkstätten, Produktion, Lager, Handwerk, Kreativwirtschaft, Dienstleistungen oder Gastronomie. Daraus entstehen unterschiedliche Wärmebedarfe, unterschiedliche Betriebszeiten und unterschiedliche Anforderungen an die technische Infrastruktur.

Genau deshalb sind praxistaugliche Lösungen im Bestand so wichtig. Sie müssen technisch robust sein, wirtschaftlich funktionieren und im laufenden Betrieb umgesetzt werden können.

Was macht den econopark Pankstraße besonders?

Der econopark Pankstraße befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Lederwarenfabrik. Die acht markanten roten Backsteingebäude wurden in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert und zählen heute zu den großen Gewerbestandorten der GSG Berlin im Norden der Hauptstadt.

Mehr als 200 Unternehmen nutzen den Standort. Dazu gehören unter anderem technische Dienstleister, produzierende Betriebe, Kurier- und Logistikunternehmen, Musikproduzenten sowie eine große Kantine, die zahlreiche Berliner Schulen beliefert. Diese Mischung zeigt, welche Rolle Gewerbehöfe für Berlin spielen: Sie bieten Raum für Unternehmen, die in der Stadt produzieren, versorgen, organisieren, entwickeln und arbeiten.

Der Standort ist zudem WiredScore Platinum zertifiziert und erfüllt damit nachweislich hohe Standards bei digitaler Konnektivität. Damit verbindet der econopark historische Bausubstanz, moderne Infrastruktur und vielfältige gewerbliche Nutzung an einem Ort.

Wie funktioniert das neue Energiekonzept?

Bisher wurde die Wärmeversorgung im econopark Pankstraße ausschließlich über Gas betrieben. Das neue Konzept setzt dagegen auf einen flexiblen Energiemix. Kern des Systems sind zwei reversible Wärmepumpen mit jeweils 400 Kilowatt Leistung, zwei Pelletkessel mit jeweils 350 Kilowatt sowie ein Erdgas-Spitzenlastkessel mit einem Megawatt Leistung für besonders kalte Tage.

Ein großer Speicher mit 30 Kubikmetern Volumen kann Wärme und perspektivisch auch Kälte speichern. Ergänzt wird das System durch ein intelligentes Energiemanagement, das die Wärme bedarfsgerecht verteilt. Als Wärmequelle wird unter anderem die Umgebungsluft genutzt.

Die Kombination aus Wärmepumpen, Pelletkesseln, Speicher, Spitzenlastreserve und intelligenter Steuerung soll den Standort deutlich effizienter machen. Gleichzeitig bleibt die Versorgungssicherheit erhalten. Das ist insbesondere bei einem großen Gewerbestandort mit vielen verschiedenen Nutzungen entscheidend.

Warum ist das Projekt für Mieterinnen und Mieter relevant?

Ein zentraler Punkt des Projekts ist die Umsetzung im laufenden Betrieb. Die Lösung wurde so entwickelt, dass keine zusätzlichen Kosten für die Mieterinnen und Mieter entstehen und keine weiteren strukturellen Eingriffe in die Gebäude notwendig sind.

„Wir freuen uns über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit GETEC, weil wir damit nicht nur CO₂-Emissionen und Energieverbrauch deutlich reduzieren, sondern zugleich wertvolle Erfahrungen für weitere Projekte sammeln“, sagt Gökhan Olkun, Leiter Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement der GSG Berlin. „Für uns ist wichtig, klimafreundliche Wärme- und Kältelösungen für unsere Mieterinnen und Mieter zu entwickeln, ohne zusätzliche Kosten für die Nutzer und ohne weitere strukturelle Eingriffe in die Gebäude. Genau darin liegt ein besonderer Mehrwert dieses Projekts.“

Damit zeigt der econopark Pankstraße, dass Dekarbonisierung im Bestand nicht zwangsläufig mit Einschränkungen für die Nutzerinnen und Nutzer verbunden sein muss.

Welche Bedeutung hat die Nominierung für den RealGreen Award?

Das Projekt wurde für den RealGreen Award der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz nominiert. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, die Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in professionell betriebenen Immobilien senken.

Für die GSG Berlin ist die Nominierung eine Bestätigung dafür, dass die Dekarbonisierung von Gewerbeimmobilien im Bestand technisch möglich und im laufenden Betrieb umsetzbar ist. Besonders relevant ist dabei der Vorbildcharakter: Wenn ein großer, heterogen genutzter Gewerbehof wie der econopark Pankstraße erfolgreich auf ein klimafreundlicheres Energiesystem umgestellt werden kann, entstehen daraus wertvolle Erfahrungen für weitere Bestandsimmobilien.

 

Warum ist das ein wichtiges Signal für Berlin?

Der econopark Pankstraße zeigt, wie diese Anforderungen im Bestand zusammengeführt werden können.

„Die Energiewende im Gebäudebestand entscheidet sich nicht an Konzeptpapieren, sondern an funktionierenden Lösungen im laufenden Betrieb“, sagt Sebastian Blecke, operativer Geschäftsführer der GSG Berlin. „Der econopark Pankstraße zeigt, dass auch große, gewachsene Gewerbestandorte mit vielen unterschiedlichen Nutzungen auf eine deutlich klimafreundlichere Energieversorgung umgestellt werden können. Entscheidend ist, dass die Lösung technisch robust, wirtschaftlich darstellbar und für die Mieterinnen und Mieter praxistauglich ist.“

Für die GSG Berlin ist das Pilotprojekt damit ein Baustein für die langfristige Transformation ihrer Berliner Gewerbehöfe und ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz im gewerblichen Immobilienbestand konkret umgesetzt werden kann.

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick
  • bis zu 85 Prozent weniger CO₂-Emissionen in der Wärmeversorgung
  • rund 50 Prozent weniger Energieverbrauch
  • bis zu 446 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr
  • rund 90 Prozent Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen
  • 1,7 Megawatt Wärmeleistung und perspektivisch 700 Kilowatt Kälteleistung
  • rund 43.000 Quadratmeter Standortfläche mit mehr als 200 Unternehmen

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GSG Berlin GmbH
Michael Mandla
Leiter Kommunikation
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