Vor zwölf Jahren saß die familie redlich AG in einem ehemaligen Industriebau im Prenzlauer Berg und war eigentlich nicht unzufrieden. Nach anhaltendem Wachstum war das Team dort allerdings auf sechs Flächen und mehrere Etagen verteilt. Es musste mehr Platz her, der im Objekt nicht gegeben war. Die Suche nach einem neuen Standort begann: „Es gibt Unternehmen aus der Kommunikationswirtschaft, denen die Adresse wichtig ist. Dann muss es eben die Torstraße oder der Hackesche Markt oder der ehemalige Mauerstreifen sein. Je nachdem, wo der räumliche Trend gerade hingeht“, sagt Andre Redlich, Gründer und Vorstandsvorsitzender der familie redlich AG. „Die Immobilie selbst soll Erfolg ausstrahlen. Wir finden die Identität der Flächen wichtiger. Wir wollten etwas Industrielles, etwas mit Klinkermauerwerk und Stahl. Wir wollten das Gefühl einer großen Manufaktur, die wir zum Leben erwecken. Dieses Gefühl sollte von der alten in die neue Fläche mit umziehen, nur besser.“
Foto: © GSG Berlin GmbH | Urheber: Amadé Hölzinger
Inwiefern beeinflusst die Vorstellungskraft eine Immobilienbesichtigung?
Die erste Besichtigung der heutigen Fläche im Amperium am Humboldthain verlief im wahrsten Sinne des Wortes holprig: es gab schwarzen Noppenboden statt dem heutigen Echtholzparkett, abgehängte Decken statt der enormen 6,50 Meter Raumhöhe im Dachgeschoss des ehemaligen AEG-Industriegebäudes, das sich im Besitz der GSG Berlin, dem bedeutendsten privaten Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen in der Hauptstadt, befindet. Darum war es keine Liebe auf den ersten Blick. „Dann aber habe ich gesehen: Von innen ist hier eine Tür, die von außen zugemauert war. Plötzlich ging es los in meinem Kopf und ich hatte eine Vorstellung davon, was man aus dem durchaus eher hässlichen Entlein machen könnte. Mit der Idee eines anderen Zugangs zur Fläche veränderte sich mein gedanklicher Zugang zur Fläche. „Der Raum an sich hatte viel Potenzial. Er war nur durch die vorherige Nutzung komplett verbaut.“
Ein Büro wie eine Stadt
Gemeinsam mit den Architekt:innen begann er der Umbau. Die Vision: ein Büro wie eine Stadt zu erschaffen. Mit einem großen Forum oder Marktplatz, mit Gewächshäusern für die Kreation von Ideen und Lösungen, mit kleineren und größeren „öffentlichen“ Räumen, mit Bereichen für das konzentrierte Arbeiten und den Rückzug sowie mit flexiblen Flächen, die sich je nach Anlass verändern lassen. Redlich beschäftigte die Baustelle nach eigener Aussage zeitweise „den halben Tag“. 2015 zog die Agentur dann auf zunächst rund 1.700 Quadratmetern ein. Drei Jahre später wuchs der Standort auf die doppelte Größe, die bis heute gehalten wird: „Wir haben 3.500 Quadratmeter“, so Redlich. „Das hat vor der Pandemie kaum ausgereicht. Heute brauchen wir die Größe nur noch punktuell. Für Mitarbeiterversammlungen oder Events. Wir möchten uns diese Größe aber bewahren, um unseren Mitarbeitenden weiterhin einen schönen Ort zu bieten. Das können wir uns nur leisten, indem wir untervermieten.“
Aus einem Unternehmen wurde eine „familie“
Parallel zur Erweiterung der Räumlichkeiten entwickelte sich das Unternehmen und sein Leistungsspektrum weiter. Zur im Jahr 2001 gegründeten Agentur kam im Jahr 2016 die CPS (coding. powerful. systems.) hinzu. Sie ist auf Full-Stack-Development und Webdesign mit Vorliebe für Typo3 spezialisiert. 2021 ergänzte hartmannvonsiebenthal, kurz HVS, die Gruppe um die Bereiche Architektur, Interior- und Retail-Design. Damit entstand ein Verbund unter einem Dach, der Kommunikationsräume nicht nur inhaltlich und gestalterisch konzipiert, sondern auch technisch entwickelt und umsetzt. Ein Kosmos, der sich auch künftig weiterentwickeln wird: „Wenn wir stehen bleiben und morgen noch genau das auf dieselbe Weise anbieten wie gestern, müssen wir uns hinterfragen. Die Dynamik und die Geschwindigkeit sind heute enorm.” Insbesondere die Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Kommunikationswirtschaft. Durch KI fallen Jobs weg, die bislang von Menschen ausgeführt wurden. Aber die Menschen fallen nicht zwangsläufig weg. Sie können etwas anderes im Unternehmen machen, sofern sie sich anpassen.“
Wie sieht die räumliche Zukunft der Kommunikationswirtschaft aus?
Auch die Räume der Kommunikationswirtschaft verändern sich: „Die Zukunft des Büros ist kleiner, aber die Zukunft des Büros ist weiterhin physisch“, sagt Redlich. „Früher hatten meist vor allem Außendienstmitarbeiter das Problem, dass sie in ihren Unternehmen kein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln konnten. Weil sie nie da waren. Daran änderten auch zwei Firmenfeiern pro Jahr nichts. Dasselbe gilt heute für alle, die im Homeoffice arbeiten. Ohne physisches Büro würden die meisten Unternehmen zerfallen.“
Fahrzeitberechnungen vor Umzugsentscheidung
Die Zukunft liegt außerdem in der Erreichbarkeit: „Die künftigen Standorte der Kommunikationswirtschaft werden sich um die besten Verkehrsknotenpunkte ballen. Der Arbeitsweg muss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß zwingend so wenig Zeit wie möglich kosten. Zehn Minuten mehr können schon zu viel sein. Heute gibt es überall genug Auswahl an Büroflächen, sodass dieser Punkt bei der Flächensuche zum knallharten ersten Filter werden kann.“ Für Andre Redlich sind beide Punkte geklärt – die Verkleinerung wird durch die erwähnte Untervermietung abgepuffert. Die Erreichbarkeit im Humboldthain ist gegeben: „Bevor ich mich für den Standort entschieden habe, habe ich mir die Fahrzeiten aller Kollegen sehr genau angesehen.“
25 Jahre und noch lange nicht fertig
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der familie redlich AG blickt Andre Redlich stolz auf seine mittlerweile 163 Mitarbeitenden und zahlreiche Kommunikationsprojekte für Unternehmen und öffentliche Institutionen zurück. Dazu zählen langjährige Mandate für Bundesministerien, Kampagnen wie #MINTmagie und #innovationsland Deutschland sowie internationale Projekte wie der Thüringen-Auftritt auf der Expo 2025 in Osaka. Zurücklehnen will sich Redlich deshalb aber noch lange nicht. Dafür verändern sich die Kommunikationsbranche, die Arbeitswelt und die technologischen Möglichkeiten gerade viel zu schnell: „Wir versuchen, die Gegebenheiten, die wir haben, klug zu nutzen“, schließt Andre Redlich das Interview zufrieden lächelnd ab.
Pressekontakt
GSG Berlin GmbH
Michael Mandla
Leiter Kommunikation
Tel.: +49 30 3909 3021
E-Mail: kommunikation@gsg.de
Vielleicht auch interessant
© Copyright 2023 GSG Berlin GmbH.