Alles begann mit einer ziemlich klaren Flughöhe: der Begeisterung für die Luftfahrt.
Die Luft- und Raumfahrtingenieure Holger Schulz und René Dörries lernten sich an der TU Berlin kennen, promovierten beide im Bereich Luftfahrt und gründeten am 10. März 1999 dann zusammen die airsight GmbH. „Wir sind damals als Zwei-Mann-Betrieb gestartet – mit viel Liebe für die Fliegerei, einer ziemlich großen Portion Flugwissen und vor allem dem gemeinsamen Ziel, die Luftfahrt noch sicherer zu machen“, erinnert sich der CEO Holger Schulz. Schon bald suchte airsight nach passenden Büroräumen und fand sie im damaligen Gründerzentrum auf, das heutige Amperium-Gelände der GSG Berlin, dem bedeutendsten privaten Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen in der Hauptstadt. Hier nahm die Unternehmensgeschichte dann an Flughöhe auf.
Safety First – und zwar mit Substanz
Mit den ersten Projekten wuchs auch das Team. 2003 folgte die erste Expansion, weitere Räume kamen hinzu, Wände wurden versetzt, neue Arbeitsplätze entstanden. Schritt für Schritt entwickelte sich airsight zu einem internationalen Player der Luftfahrtberatung. Große Namen wie Airbus, Lufthansa und der Flughafen Frankfurt gehörten bald zum Kundenkreis.
Neben den beiden Gründern tragen heute auch Florian Schmidt und Reiko Schroeder als Geschäftsführung Verantwortung. Heute umfasst der Berliner Hauptsitz im GSG-Hof rund 900 Quadratmeter Bürofläche. Das Team besteht aus über 50 Mitarbeitenden in Berlin. Hinzu kommen sechs Beschäftigte in Italien und ein Büro in Singapur.
„Tatsächlich besitzen einige unserer Ingenieure auch einen Pilotenschein“, sagt Kathleen Müller, Leiterin für Rechtsangelegenheiten.
Inhaltlich geht es unter anderem um Flughafenplanung und -betrieb, Sicherheitsbewertungen, Flugverfahrensplanung, Compliance-Themen, Inspektionen und passgenaue Trainingsangebote. „Unsere Kurse und Beratungsleistungen sind sehr zielgruppengerecht. Wir schauen genau hin: Was braucht ein Flughafen, was eine zivile Behörde, was ein operatives Team? Und genau daraus entstehen dann unsere passgenauen Formate, betont Victoria Becker, Head of Marketing.
Auch der Firmenname erzählt etwas über den Gründergeist der Anfangszeit. „Wir wollten einen Namen mit A am Anfang. Das war 1999 bei Firmeneinträgen noch ein echter Vorteil, um möglichst weit oben zu stehen“, sagt Schulz mit einem Augenzwinkern. „‚airsight‘ war für mich ein cleveres Wortspiel, angelehnt an ‚airside‘. Ich war sehr stolz darauf, bis ich gemerkt habe, wie oft ich danach die Schreibweise erklären muss“, ergänzt er lachend.
Forschung, Nachwuchs und ein Büro voller Flugbegeisterung
Die Verbindung zur Wissenschaft ist bis heute eng. Holger Schulz ist weiterhin als Dozent an der TU Berlin tätig und unterrichtet dort im Bereich Luftfahrt. Über diesen Draht zur Hochschule, aber auch zur TH Wildau, findet airsight immer wieder junge Talente, die als Werkstudenten einsteigen und oft nach dem Studium bleiben.
Dass hier viele Menschen arbeiten, die nicht nur beruflich, sondern auch privat für die Fliegerei brennen, merkt man schnell. „Wenn draußen ein Flugzeug gesichtet wird, dauert es meistens keine drei Sekunden, bis jemand das Handy zückt und checkt, welche Route die Maschine gerade fliegt“, schmunzelt Victoria Becker. „Ich sage dann immer liebevoll, unsere Flugzeugmenschen.“
Und manchmal wird die Flugbegeisterung sogar ganz konkret gelebt. „Zu unserem 25-jährigen Firmenjubiläum, das wir mit dem gesamten Team in Rom gefeiert haben, ist Holger mit einer Cessna selbst vorausgeflogen“, erzählt Kathleen Müller. „Solche Geschichten gibt es bei uns tatsächlich nicht nur als nette Anekdote fürs Image, denn Fliegerei ist für viele hier ein wichtiger Teil des Lebens.“
Wo alles begann: Wurzeln, die verbinden
Wer über den historischen Industriehof schlendert, der einst als AEG-Werksgelände unter der Federführung von Peter Behrens entstand, kann Geschichte spüren und sehen: von der markanten roten Klinkerarchitektur über einen erhaltenen Kran bis zu einem unterirdischen 250 Meter langen AEG-Tunnel, der als erster U-Bahntunnel Deutschlands in die Geschichtsbücher einging und heute durch Führungen des Berliner Unterwelten e. V. besucht werden kann.
„Hier sind unsere Wurzeln“, sagt Schulz. „Das Gelände hat Charakter! Die erhabene Industriearchitektur, die bunte Mischung aus Forschung mit der Fraunhofer-Gesellschaft, Bildung mit Hörsälen der TU Berlin und neuen kreativen Nutzungen, wie zum Beispiel die jüngst eröffnete Boulderhalle Elektra versprühen einen Charme, der gut zu uns passt.” Auch bei Bewerber:innen kommt das an. „Viele Fragen direkt beim ersten Besuch, was das hier eigentlich für ein spannender Ort ist“, sagt Victoria Becker. „Die Räume bleiben einfach im Kopf.“
Selbst kleine Rituale gehören längst dazu: die Mittagspause in der Cantinerie, spontane Gespräche auf dem Hof, ein Abstecher zum Bouldern oder das Staunen darüber, wie viel Industriegeschichte hier noch sichtbar ist. Genau diese Mischung aus Alltag, Geschichte und Atmosphäre macht den Reiz des Standorts aus.
Raum für Ideen und neue Projekte, aber bitte familiär
Aktuell denkt airsight gemeinsam mit der GSG Berlin darüber nach, die Flächen weiterzuentwickeln. Im Gespräch sind modernere Raumstrukturen, Telefonboxen, Rückzugsorte und Arbeitsbereiche, die noch besser zu heutigen Anforderungen passen. Auch die Idee, perspektivisch Schulungen direkt vor Ort anzubieten, spielt dabei eine Rolle.
„Wir sind gerade in einer spannenden Findungsphase“, sagt Kathleen Müller. „Die Räume haben unglaublich viel Potenzial. Gleichzeitig muss man schauen, wie ein modernes Arbeitsumfeld aussehen kann, ohne den Charakter des Standorts zu verlieren.“
Dass die Zusammenarbeit mit der GSG Berlin dabei konstruktiv verläuft, wird im Team sehr positiv gesehen. Doch trotz des Wachstums ist eines geblieben: der familiäre Umgang im Team.
Viele Mitarbeitende sind seit Jahren an Bord, die Hierarchien sind flach, und gerade in einem sehr spezialisierten Umfeld zählt der direkte Austausch besonders viel.
Einen Wunsch möchte das Team allerdings an ihren Vermieter richten: „Ein Hoffest für alle Mieterinnen und Mieter fänden wir großartig“, sagt Victoria Becker. „Das Gelände ist so weitläufig und spannend, aber oft sieht man sich nur zufällig – oder beim Feueralarm (lacht). Dabei wäre es schön, die Menschen und Unternehmen hier noch besser kennenzulernen.“
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