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Mieterportrait YTTP: Der Vibe muss stimmen

Ein guter Matcha in Laufnähe, ein Bioladen um die Ecke, ein dm nicht weit entfernt und vor allem Menschen, die ihren Kiez leben. Was zunächst nicht unbedingt nach den klassischen Kriterien einer Standortanalyse klingt, spielt bei der Suche nach neuen Studios von YTTP eine wichtige Rolle. 

Denn für das Unternehmen muss nicht nur die Fläche funktionieren. Auch das Leben drumherum muss passen. Im FRAMEZ in der Zossener Straße, direkt am Bergmannkiez, hat das Unternehmen beides gefunden. 

„Es ist einfach ein Gefühl. Der ganze Vibe muss stimmen“, sagt Gründerin und Geschäftsführerin Maria Graffelder. 

YTTP steht für „Your Transformation to Power“. Und der Name passt durchaus zur Entwicklung des Unternehmens.

Foto: © GSG Berlin GmbH

Von Yoga zum eigenen Reformer-Konzept

Gestartet ist die Geschichte 2021 in Köln. Maria Graffelder eröffnete ein Yogastudio mit 33 Mattenplätzen. Pilates kam wenig später durch die heutige Academy-Leiterin Nadine Bader hinzu. 

Den entscheidenden Impuls für das heutige Konzept brachte schließlich eine Reise nach London. Dort besuchte die Gründerin eine Reformer-Pilates-Class mit 24 Maschinen. „Da habe ich gedacht: Okay, das ist auf jeden Fall der Trend. Das kommt jetzt auch zu uns und das möchte ich machen“, betont Maria Graffelder. 

Anstatt das klassische Reformer Pilates zu übernehmen, haben wir ein eigenes Format kreiert:  Bei den YTTP Reformer Classes werden die Maschinen als Workout-Tool eingesetzt und größere Gruppen trainieren gemeinsam. Über Urban Sports Club sind die Classes bereits mit einer M-Mitgliedschaft buchbar. 

„Alle meinten zu mir: ‚Das geht nicht.‘ Reformer Pilates funktioniert eigentlich nur mit kleinen Trainingsgruppen und lässt sich nicht skalieren“, erinnert sich Maria Graffelder. Das erste Reformer-Studio in Köln war schließlich schon zwei Wochen vor der Eröffnung ausgebucht. 

So entwickelte sich eine wachsende Boutique-Fitness-Kette, die ihr Konzept heute bereits in Köln, Berlin, Hamburg und Düsseldorf umsetzt. Im nächsten Jahr sollen weitere Studios in Stuttgart, Frankfurt, München und Leipzig folgen.

Von Köln nach Kreuzberg

Nach dem Erfolg in Köln erfolgte die Expansion in die Hauptstadt. Dort wurde zunächst das Studio in der Reichenberger Straße eröffnet, das sich bereits damals auf einer Fläche der GSG Berlin befand, dem bedeutendsten privaten Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen. Mit dem neuen Standort im FRAMEZ in der Zossener Straße 55 direkt am Bergmannkiez setzt sich die Zusammenarbeit nun fort. 

Bei der Standortsuche geht das Unternehmen zunächst ziemlich analytisch vor. Das Einzugsgebiet und die potenzielle Nachfrage werden geprüft, zusätzlich fließen Empfehlungen sowie Standortwissen aus der Zusammenarbeit mit Urban Sports Club ein. Auch die Anforderungen an die Fläche sind klar definiert. 

„Wir brauchen einfach eine 1A-Lage. Ansonsten suchen wir einen großen Raum und möchten möglichst wenig Platz verschenken, damit das Konzept funktioniert“, sagt Maria Graffelder. 

Erst wenn diese Kriterien stimmen, kommt das Bauchgefühl ins Spiel. Und genau hier punktete die lebendige Kreuzberger Lage.

„Es muss kiezig sein“

In der Gegend um die Bergmannstraße, den Marheinekeplatz und den Chamissoplatz gehören Cafés, kleine Geschäfte, Restaurants und Wochenmärkte zum Alltag. Für das Unternehmen ist dieses Umfeld ein wesentlicher Teil der Standortqualität. 

„Was mir an Kreuzberg besonders gut gefällt, ist diese Kiezigkeit. Darum ist Kreuzberg mein Lieblingsstadtteil in Berlin“, betont Maria Graffelder. 

Mittendrin befindet sich das FRAMEZ der GSG Berlin. Der Gewerbehof verbindet historische Gewerbearchitektur mit modernen Gebäudeteilen und hat einen charakteristischen Look. In diesem Umfeld entsteht nun das neue Studio. 

Das Unternehmen möchte dabei nicht einfach eine Tür zum Kiez öffnen, durch die Mitglieder:innen zum Training hinein- und anschließend wieder hinausgehen. Die Nachbarschaft soll Teil des Standorts werden.

Nach der letzten Class ist noch nicht Schluss

Für das neue YTTP-Studio im FRAMEZ gibt es bereits Ideen, die über den normalen Kursplan hinausgehen. Denkbar sind Community Classes mit wechselnden Themen, Talks und Goodie Bags, kleinere Veranstaltungen oder regelmäßige Treffen nach dem Training. 

„Wir wollen die Nachbarschaft bewusst integrieren und eine Community aufbauen“, sagt Maria Graffelder. „Eine Idee wäre, jeden Freitag eine Veranstaltung zu einem anderen Thema zu organisieren und nach der letzten Class einfach ein bisschen länger aufzulassen, damit die Leute zusammenkommen.“ 

Das passt zum Selbstverständnis des Unternehmens, neue Trainingsformen auszuprobieren und das Angebot weiterzuentwickeln. Mit YTTP Strength kommt als nächster Schritt das Konzept des Functional Strength Trainings als festes Angebot hinzu.

Von der Besichtigung bis zur ersten Class

Im Durchschnitt vergehen laut Maria Graffelder neun bis zwölf Monate, bis aus einer passenden Fläche ein fertiges Studio wird. Neben der Planung und dem Ausbau müssen unter anderem technische Anforderungen und Schallschutzfragen geklärt werden. 

Beim FRAMEZ konnte das Unternehmen auf die Erfahrungen aus dem ersten gemeinsamen Projekt in der Reichenberger Straße zurückgreifen. Während dort noch vieles selbst organisiert wurde, begleitete diesmal ein Team aus Architekt:innen den Ausbau. 

„Wir arbeiten einfach super gerne mit der GSG. Es hat alles reibungslos geklappt“, sagt Maria Graffelder. Auch der persönliche Draht stimmt. „Ich arbeite mit einer engen Vertrauten zusammen, die ebenfalls aus Köln kommt und früher Yoga unterrichtet hat. Sie weiß, wie es läuft, und hat mich immer super verstanden“, sagt Maria Graffelder.

200 Menschen und eine gemeinsame Liebe zum Sport

Aus dem ersten Yogastudio ist inzwischen ein Unternehmen mit 35 Festangestellten geworden. Zusammen mit den Trainer:innen besteht es mittlerweile aus mehr als 200 Personen, darunter viele enge Freunde. Was alle im Team verbindet, ist die Liebe zum Sport. 

Auch die Geschäftsführung ist mitgewachsen: Neben dem Gründerpaar gehört inzwischen Armin Meraner als dritter Geschäftsführer zum Führungsteam. Er verantwortet digitales Wachstum, Marketing und die strategische Skalierung. Bis 2030 sollen rund 50 Standorte entstehen. 

Bei aller Expansion bleibt das Unternehmen offen für neue Trainingsformen. „Wir haben tolle Immobilien, wir sind schnell und flexibel. Wenn die Leute irgendwann etwas anderes wollen und wir etwas anderes machen müssen, dann wird das genauso funktionieren. Hauptsache der Vibe stimmt“, sagt Maria Graffelder lächelnd. 

Im FRAMEZ gibt es dafür jedenfalls genügend Raum.

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Michael Mandla
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