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Mieterportrait SCHAU FENSTER: Vom Clubformat zum Kunstraum

Früher wurde um die Kunst getanzt. Heute steht sie im Mittelpunkt.  

Die Geschichte von SCHAU FENSTER beginnt nämlich in der Berliner Clubkultur, genauer gesagt im Ritter Butzke. Dort organisierte Jan Kage vor rund zwei Jahrzehnten die Reihe „Party Arty“, bei der Kunst und Nachtleben ineinander übergingen. 

„Wir haben damals Party mit Kunst veredelt. Inmitten des Raums wurde sie in die Clubszene getragen, umtanzt und sichtbar gemacht. 2010 wurde ich angesprochen, dass auf dem Gelände eine Fläche frei wird, und man fragte mich, ob ich diese nicht bespielen wolle. Mir wurde ein gutes Gespür für Kunst nachgesagt – das war natürlich sehr schön“, erinnert sich Kage lächelnd. Plötzlich hatte ich die Möglichkeit, das Konzept umzudrehen und die Kunst in den Mittelpunkt zu stellen.

Ein Ort, der sich Freiheiten bewahrt.

Von Anfang an war klar, dass das SCHAU FENSTER in der Lobeckstraße 30–35 keinem klassischen Galeriemodell folgt. Es geht nicht allein um Verkauf, nicht um Exklusivität. Es geht um Zugänglichkeit. Die Struktur ist dabei bewusst offen gehalten.  

Durch die 25 Meter lange Glasfront steht die Kunst im direkten Austausch mit der Stadt. Hier passiert Kunst nicht abgeschirmt. Sie lädt zum Betrachten und zum Dialog ein. Es geht um die Verbindung von Innen und Außen.  

Der Raum ist einmal pro Woche zugänglich. Einmal im Monat findet eine Vernissage statt, bei der Musik Teil der Performance ist und als Wegbegleiter dient, um die Schwellenangst zu nehmen.

„Das SCHAU FENSTER ist als erweiterter Ausstellungsraum gedacht“, beschreibt Jan Kage die Idee dahinter. „Der Kunstraum wird von den Künstler:innen betrieben. Im monatlichen Wechsel kuratiert jeweils eine Künstlerin oder ein Künstler eine Gruppenausstellung und ich kuratiere sozusagen die Kurator:innen.“

Warum das Konzept und der Raum so gut zusammenpassen?

Wer das SCHAU FENSTER betritt, merkt schnell, dass der Raum selbst Teil des Konzepts ist.  

„Was mich sofort begeistert hat, war der raue, authentische Zustand: die lange Fensterfront, die ein schönes Licht in den Raum wirft, und der unebene Fußboden mit seinem charakteristischen Materialmix, der wie ein Mosaik verschiedener Geschichten wirkt. Und auch die Decke mit ihren unterschiedlichen Höhen und Blickachsen trägt dazu bei, dass sich je nach Standpunkt im Raum unterschiedliche Perspektiven ergeben“, schwärmt Kage. 

Der Kunstraum wurde bewusst so belassen und erzählt seine Geschichte: von der industriellen Vergangenheit, von den vielen Nutzungen, die sich hier über Jahrzehnte überlagert haben. Er trägt diese Historie sichtbar nach außen. 

„Der Raum ist nicht glatt und genau das macht ihn besonders. Eigentlich wirkt er wie ein Kunstwerk für sich und das schätzen viele Künstler:innen und Besucher:innen.“ 

Die Architektur fordert heraus, setzt Grenzen und eröffnet gleichzeitig Möglichkeiten. Genau dieses Nebeneinander prägt auch die Kunst. Hier hängen Werke von 300 bis 10.000 Euro aus der Berliner Szene, aber auch aus Europa, den USA, Mexiko oder China – und sie sind alle gleichberechtigt in einem Raum vertreten.

Mitten im kreativen Gefüge

Der Standort in den AQUA-Höfen der GSG Berlin – dem bedeutendsten privaten Anbieter von Büro- und Gewerbeflächen in der Hauptstadt – wird sehr geschätzt. 

 „Wir sind jetzt seit über 15 Jahren hier und kennen uns natürlich alle gut. Ob Ritter Butzke, Flying Steps oder betahaus – wir sind ein bunter Haufen und alle Profis. Jeder macht sein Ding, aber wir trinken auch gerne zusammen einen Kaffee oder besuchen unsere Veranstaltungen, wenn mal Zeit ist“, beschreibt Kage das Miteinander in der Nachbarschaft. 

Es ist ein gewachsenes Gefüge, das durch Nähe und gegenseitigen Respekt funktioniert. Oder, wie Kage es formuliert: „Zeig ein bisschen Liebe“, dann bist du herzlich willkommen.

Gekommen, um zu bleiben.

„Als sich meine Ansprechperson von der GSG Berlin erstmals vorstellte und ich das Konzept erklärte – dass der Raum nicht auf den Verkauf ausgerichtet ist, sondern es um einen niederschwelligen, freien Zugang zu Kunst geht –, war zum Glück schnell klar, dass das SCHAU FENSTER bleiben kann“, erinnert sich Kage. 

Die vergleichsweise fairen Mieten der GSG Berlin, die häufig unter dem Marktdurchschnitt liegen, waren demnach ein entscheidender Faktor.   

„Das ist entscheidend, damit man solche Projekte überhaupt umsetzen kann. Denn sonst besteht die Gefahr, dass solche Räume verloren gehen“, so Kage. 

Seit 2023 betreibt neben Jan Kage auch der bildende Künstler Jan Brokof den Kreuzberger Kunstraum SCHAU FENSTER. Viele Projekte entstehen seit jeher aus Gesprächen heraus, aus spontanen Ideen, aus dem Vertrauen in die Menschen, die hier arbeiten und ausstellen. Dieser Ansatz hat dazu geführt, dass immer wieder neue Konstellationen entstehen.

Wie weitermachen?

Trotz steigender Kosten und einer sich wandelnden Stadt ist die Motivation ungebrochen. 

„Solange wir uns die Miete leisten können, ist es unser moralischer Auftrag, diesen Raum weiterzuführen“, betont Kage. 

Das Projekt wird durch ein Netzwerk aus Sammler:innen, Unterstützer:innen und einem eigenen Supporter-Modell ermöglicht. Es geht darum, den Raum zu erhalten, ohne ihn in feste Strukturen zu pressen.

„Wer Zeit oder Interesse hat, ist herzlich eingeladen vorbeizukommen, den Newsletter zu abonnieren oder sogar Supporter zu werden: https://dasarty.com/contact/, schließt Kage das Interview.“

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Michael Mandla
Leiter Kommunikation
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