Berlin, 15. Juni 2015.

Die GSG Berlin feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Im Laufe ihrer Geschichte hat sie wie kaum eine andere Institution die Geschicke der Berliner Gewerbewirtschaft begleitet und mitbestimmt. Heute zeigt sie sich stark gewandelt: Sie hat sich vom reinen Flächenanbieter zum innovativen Immobilien-Dienstleister entwickelt. An den über 40 GSG-Standorten mit mehr als 850.000 m² Büro- und Gewerbefläche, die architektonisch imposante Gewerbehöfe ebenso umfassen wie moderne Gewerbeparks, haben sich rund 1.800 Firmen angesiedelt, die für über 15.000 Menschen Arbeitsplätze bieten. Grund genug, sich die GSG Berlin genauer anzuschauen und den Bogen zu schlagen von ihrer Vergangenheit in die Zukunft.

Gründung der GSG
Als im Juli 1965 die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG Berlin) vom Land Berlin, der Berliner Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Berlin gegründet wurde, steckte die Stadt gerade in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Vier Jahre zuvor war die deutsche Teilung mit dem Bau der Berliner Mauer auf drastische Weise manifestiert worden. Die Lebensbedingungen in den drei unter dem Kommando der westlichen Alliierten stehenden Sektoren West-Berlins hatten sich damit dramatisch verschärft. Nicht zuletzt die Wirtschaft litt darunter. Internationale, ursprünglich in Berlin gegründete Großunternehmen wie Siemens, AEG oder Osram hatten zu diesem Zeitpunkt längst ihren Hauptsitz in die Bundesrepublik verlegt. Darüber hinaus präsentierte sich die Stadt mit ihren vielen Brachen und zerbombten Gebäuden vielerorts wie eine offene Wunde. Für die Firmen und Handwerker, die in der Stadt geblieben waren, war es sehr schwer, angemessene und intakte Gewerberäume zu finden. Die ersten 25 Jahre des Bestehens der GSG waren bestimmt vom Ankauf, dem Wiederaufbau und der Sanierung alter Gewerbehöfe. Das Konzept ging auf: Der Berliner Mittelstand stabilisierte sich, wenn auch auf einem vergleichsweise bescheidenen Niveau. Mit dem 1985 im Wedding gegründeten Berliner Innovations- und Gründerzentrum (BIG) – dem ersten deutschen Gründerzentrum – wurde ein zukunftsorientiertes Zeichen gesetzt. Wenige Jahre später wurde der Standort an der Gustav-Meyer-Alle zum Technologie- und Innovationspark Berlin (TIB).

Verantwortung auch im Ostteil Berlins
In den Jahren nach dem Fall der Berliner Mauer wurde die GSG Berlin auch ihrer Verantwortung im Ostteil der Stadt gerecht. Hier errichtete sie moderne Gewerbeparks, doch der erwartete wirtschaftliche Boom fand zunächst nicht statt. Viele Flächen blieben ungenutzt. Auch diesmal entsprach die Situation der GSG der Gesamtlage der Stadt: Die Goldgräberstimmung in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung hatte einer großen Ernüchterung Platz gemacht. Doch mittlerweile ist auch hier die Lage stark verbessert: Zwei der modernen econoparks in Pankow und Hellersdorf sind heute mit über 90% Vermietung nahezu voll vermietet.

Die Privatisierung
Als sich der Berliner Senat zu Beginn des Jahrtausends genötigt sah, wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt Betriebe aus Öffentlicher Hand zu privatisieren, gehörte bald auch die GSG dazu. Das bedeutete für viele Mitarbeiter des einstigen städtischen Betriebs mitunter eine große Veränderung. Die Investitionsbank Berlin (IBB), vom Senat zum Interimsbesitzer der GSG bestimmt, wickelte die Privatisierung ab. 2007, im Jahr vor dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise, bescherte der GSG-Verkauf der Stadt die beachtliche Einnahme von rund 300 Millionen Euro.

Mit der GSG in die Zukunft
Heute kann die GSG Berlin beeindruckende Vermietungsquoten aufweisen. In einzelnen Stadtgebieten wie Kreuzberg beträgt sie sogar nahezu 100%. Der seit Jahren anhaltende Zuzug nach Berlin und die wachsende Wirtschaft, vor allem durch Neugründungen, spiegeln sich darin wider. In der „Start-up City“ Berlin zeichnet sich die GSG unter anderem durch hohe Flexibilität und große finanzielle Risikobereitschaft gegenüber Mietern aus. Das Konzept von Gründern wird mitunter stärker gewichtet als deren Bonität und Rücklagen. Sebastian Blecke, Operativer Geschäftsführer der GSG, erläutert: „Wenn das Konzept des Start-ups schlüssig und vertrauenswürdig ist, geben wir dem Team gerne eine Chance. Verträge können durch gestaffelte und reduzierte Gründermieten, Zuschüsse bei Mieterausbauten und flexibles Hinzumieten von Erweiterungsflächen auf junge Unternehmen zugeschnitten werden. Denn wir wissen: Geht es unseren Mietern gut, geht es auch der GSG gut.“ Die Dienstleistungspalette der GSG reicht von einer Bonuscard über Glasfasernetze bis hin zu Kurierdiensten, Werbevitrinen und Veranstaltungsräumen.

Auch die Förderung der Energiewende wird groß geschrieben. Die GSG betreibt Berlins größte Photovoltaik-Anlage sowie Blockheizkraftwerke und Ladesäulen für Elektro-Fahrzeuge. In jedem Fall basieren die Investitionen der GSG auf einer harten wirtschaftlichen Analyse. Dafür steht Oliver Schlink, Kaufmännischer Geschäftsführer der GSG: „Alle unsere finanziellen Engagements haben Hand und Fuß: Ob das unsere Energiemanagement-Strategie betrifft oder den Ankauf neuer Flächen. Wir achten bei der Expansion auf nachhaltiges Wachstum. Denn wir möchten die Zukunft der GSG und Berlins sicher gestalten.“

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: „Die GSG wurde gegründet, um bezahlbaren Raum für kleine und mittlere Gewerbebetriebe zu schaffen und so die Berliner Mischung, die Nähe von Wohnen und Arbeiten zu stärken. Auch heute noch stellt sie vor allem mittelständischen Betrieben Gewerberäume in zentralen Lagen zur Verfügung und leistet so einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, die auch durch flexible, kleinteilige Strukturen geprägt und für diese bekannt ist.“

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin: „Not macht nicht nur erfinderisch, sondern kreiert auch erfolgreiche Unternehmen. So wurden die GSG und die IBB aus einer Notsituation heraus gegründet. Bei der GSG war es die Wirtschaftskrise nach dem Mauerbau, bei der IBB/WBK die Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg. Gemeinsam haben sie auch, dass sie Berlin in den unterschiedlichsten Situationen über Jahrzehnte unterstützten und heute – jeder an seiner Stelle – einen Beitrag zum weiteren Ausbau Berlins zu einer international erfolgreichen Start-up-Metropole leisten. “

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Seit nunmehr 50 Jahren sorgt die GSG dafür, dass die „Berliner Mischung“ aus Wohnen und Arbeiten erhalten bleibt. Dies ist wichtig für die Berliner Wirtschaft – gerade in Zeiten, in denen die kleinen und mittleren Betriebe durch steigende Mieten und ein schrumpfendes Angebot an Gewerbeflächen aus den innerstädtischen Bereichen gedrängt werden. Das breite Angebot der GSG mit verhältnismäßig günstigen Mieten trägt dazu bei, dass das Handwerk auch weiterhin die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ bleiben kann. Das Berliner Handwerk wünscht der GSG alles Gute für die kommenden 50 Jahre.“

Melanie Bähr, Stellvertretende Geschäftsführerin der Industrie und Handelskammer Berlin: „Mit 15.000 Mitarbeitern und über 1.800 Firmen, die in den Gewerbehöfen angesiedelt sind, ist die GSG die unumstrittene Nummer eins unter den Gewerbeflächenanbietern in Berlin. Seit nunmehr 50 Jahren sind sie ein wichtiger Akteur in der Wirtschaftsgeschichte und begleiten die Wirtschaftsgeschicke der Stadt. Die Erfolgsgeschichte, die von Berlin ausgeht, ist aber auch immer eine Erfolgsgeschichte der Berliner Unternehmen. Und die GSG ist dabei ein sehr wichtiger Partner. Sie spiegelt mit all den unterschiedlichen Firmen die Vielfalt und die Internationalität der Stadt wider.“